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Ökologisch-ökonomische Modelle der Politikberatung

 

Inhalt

Methodiker der Induktion liegen vorn, warum auch immer

Vom Equilibristen zm Maximierer

Einflusslose Externalitäten

Auslieferung der Ökonomie an die Mathematik?

Schlussfolgerungen 

 

Ökonomen, die Anpassungsmöglichkeiten der Politik und/oder der Wirtschaft an einer Erderwärmung zugeschriebene Schadereignisse diskutieren, sind in der öffentlichen Wahrnehmung weniger die Betriebswirte, deren Aufgabe es ist, an Rationalitätskriterien orientierte Entscheidungen zu befördern, sondern Nationalökonomen, die auf Grund aggregierter Daten auf induktivem, teilweise auch spekulativem, Wege zu Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu gelangen suchen. Leider bestimmt sich die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen auf Grund fundamentaler methodischer Unterschiede der Erkenntnisgewinnung mit der Folge, dass die jeweiligen Mitglieder einander nicht viel zu sagen haben.

 

Methodiker der Induktion liegen vorn, warum auch immer

 Die Vorgaben der internationalen und nationalen politischen Autoritäten, die Wunschlisten der NGOs, aber auch das Angebot der Beratungsindustrie selbst bestimmen die wissenschaftliche Ressourcenauswahl: Zu verringern ist die globale Erderwärmung, gemessen mittels Temperaturskalen, über Grund (ggf. in verschiedenen Höhen) oder der Ozeane (ggf. in verschiedenen Tiefen) - das Mitigationsziel. Teil dieser Vorgaben ist gleichzeitig auch die Benennung der Ursache der Erderwärmung: die jeweils aktuellen Emissionen von Treibhausgasen global, in Tonnen gemessen. Ziel und Handlungsmöglichkeiten der erforderlichen Aktivitäten sind damit nicht durch die Handelnden geprägt, sondern durch Autoritäten außerhalb des ökonomischen Systems. Dabei ist angesichts der unklaren Kausalitätslage von Erderwärmung über temporäre globale Treibhausgaskonzentration bis hin zu den Orten der Entstehung von Treibhausgasemissionen die Gleichnamigkeit der Maßgrößen für das Ziel einerseits und die Handlungsmöglichkeit andererseits zweifelhaft. Da mit Regelmäßigkeit alle Mitigationsziele verfehlt werden, wäre es angesagt, diese Wissenslücke zu schließen. Das Mitigationsziel soll indessen nicht verabsolutiert werden; ein mögliches Überdrehen der Schraube soll durch den Ansatz von Transformationskosten  nach dem Tragfähigkeitsprinzip für gegenwärtige Generationen aber auch zur Sicherung einer intakten Infrastruktur für die Lebensbedürfnisse künftiger Generationen, deren Herstellung und Erhaltung immer noch den Einsatz fossiler Energieträger benötigt, verhindert werden. Die Struktur des Problems verändert das Hinzutreten der Transaktionskosten grundlegend, wenn diesen ebenfalls der Charakter einer Zielgröße zukommt, wie dem Mitigationsziel, oder weniger grundlegend, wenn unzuträglich hohe Transformationskosten lediglich durch eine Nebenbedingung ausgeschlossen werden sollen. Im letzteren Fall ist lediglich über die Höhe der tolerablen Transaktionskosten durch die nicht-ökonomischen Autoritäten zu entscheiden. Ansonsten läge hier ein Optimierungsproblem vor, für welches Austauschbeziehungen zwischen den Folgen zugelassener Erderwärmung und den Kosten ihrer Vermeidung zu formulieren wären. Dies ist kein triviales Problem, für das Lösungen bisher auch nicht in Sicht sind. Denn ein Großteil des Verbrauchs der inkriminierten Energieträger fließt in auch von Folgegenerationen geschätzte Infrastrukturmaßnahmen, so dass die Berücksichtigung der Transformationskosten u. U. gar keine Antinomie zum Mitigationsziel beinhaltet, wenn beide Komponenten als Zielbestandteile in einer Wohlfahrtsfunktion auftreten. Statt diesem Thema ausführliche Beschreibung zu widmen, gilt es den Modellbauern durch seine Übertragung auf einen social agent als gelöst. Dieser ist auch gefordert, die social discount rate zu beziffern, die den zeitlich früheren oder späteren Genuss einer geringeren Erderwärmung bzw. Schaden der Belastung mit Transformationskosten zu escomptieren die Aufgabe hat. Für die aggregierten Daten und abgeleitete Prognosen gilt im Regelfall ihre Entstehung gemäß eines Pareto-Prozesses, die Modelle gelten regelmäßig als "Pareto-optimal". Der Neoklassiker wäre damit in die Lage versetzt, eine Retourkutsche zum homo oeconomicus zu fahren: Das Menschenbild der Handelnden in der betrachteten Volkswirtschaft, die den Untersuchungsgegenstand bildet, entspräche dem eines friedvollen, in Ruhe gelassen werden wollenden Diogenes, der sich darin von Keinem der Übrigen unterscheiden würde. Denn der Notwendigkeit eines Einkommenserwerbs zur Kaupreisfinanzierung der gewünschten Güter sind sie ja Alle gemäß den Modellvoraussetzungen enthoben: Sie bieten explizit weder Arbeit noch Dienste, Kapital oder Einkünfte daraus, noch eigene Produkte aus Landwirtschaft oder Manufaktur an, womit die Berücksichtigung von Güterpreisen durch Haushalte bei einander substituierenden Konsumgütern im konkurrenzwirtschaftlichen Gleichewicht der Pareto-Art obsolet wäre, denn die Lebensführung kostet ja nichts - mit der Erstausstattung von Gütern, die im Modell ja vorgegeben ist, kann aber die Versorgung mit Einkommen als gesichert gelten,denn es wird behauptet, der Verwendungszweck der Güter sei irreleavant, da "alle Güter in der Produktion oder zum Konsum zugelassen werden können" (Schumann, Jochen; MeyerUlrich; Ströbele, Wolfgang: Grundzüge der mikroökonomischen Ökonomie , 9. Aufl. Heidelberg, Dordrecht, London, New York, S. 244), und es soll gelten, dass, wenn Güter nur in positiven Mengen verbraucht werden, dies gesondert zu vermerken wäre, (ebenda, S. 251), so wird damit jedweder Kaufpreis finanzierbar. Zu fragen wäre indessen, wie dann das Pareto-Modell mit positiven Grenzraten der Substitution umginge, die u. U. ja auch nur abschnittweise auftreten könnte; welche Bedeutung hätte dies für Stetigkeit und Differenzierbarkeit von Indifferenzkurven? In die wirtschaftliche Praxis transferiert müsste durch diese Überlegung es ermöglicht sein, für ein erwünschtes Gut jedenfalls gegen den Wert eines im allokationsoptimalen Verfahren gefundenen Preises bei unendlicher Teilbarkeit der getauschten Werte Arbeisleistungen oder Produkte des landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetriebes hinzugeben - Mitarbeit beim Garagenbau gegen Buchhaltung für den Friseurladen.

Die Modellfamilie der Integrated Assessment Models gehört zu den Simulationsmodellen. in welchen die Veränderungen einer abhängigen Variablen bei Veränderung von unabhängigen Variablen hypothetisch beobachtet werden. Die Modelle zielen auf Problemlösungen quantitativer Art in Form von Handlungsempfehlungen. Der deduktiven Methode einer präskriptiven Theorie wird man sie gleichwohl nicht zurechnen können.

D(ynamic) I(ntegrated) C(limate)-E(conomy)model und R(egional) I(ntegrated) C(limate)-E(conomy) model sind Entwicklungen zuerst von Nordhaus (Nordhaus, William: „The Dice“ Model: Background and Structure of a Dynamic Integrated Climate-Economy of the Economics of Global Warming; Cowles Foundation discussion paper no. 109). Es sind Simulationsmodelle auf der Grundlage der Analysis, wozu wir hier auch die Pareto-Optimierung zählen. Sie haben einen Grad der Mathematisierung der Wirtschaftstheorie verwirklicht, bei dem Grundlagen ökonomischer Problemorientierung, wie die Bewertung von Alternativen, nicht mehr erkennbar sind.

Dass die Verwirklichung des Pareto-Optimums nicht mit der maximalen Volkswohlfahrt gleichgesetzt werden kann, wurde bereits erwähnt, es ergibt sich aus verschiedenen im Modell angelegten Umständen. Empirisch ist der Beleg ohnehin nicht zu führen, denn weder lassen sich die Wirtschaftspläne der Einzelnen auf die Verwirklichung der Optimalitätskriterien hin überprüfen (Grenzraten der Substitution bzw. der Produktivität) noch die daraus angeblich folgenden Wohlfahrtsveränderungen ableiten und feststellen, ob andere Pläne die Wohlfahrt vielleicht doch noch hätten steigern können. Der erste Teil der Feststellung ist zwar auch gegen die Maximierungsmodelle anzuführen, ob das Maximierungsstreben allerdings bestimmte Wohlfahrtsauswirkungen begünstigt oder behindert, ist nicht zu verteidigen, denn es wurde in der Form niemals behauptet, wenn man einmal vom Wirken der invisible hand absieht.

Man kann die Maximierer als diejenigen bezeichnen, die sich nicht zufriedengeben und die Equilibristen als diejenigen die nicht mehr wollen, wenn Andere dadurch weniger hätten. Es gibt zahlreiche Autoren unter den Ökonomen, die das Mehr-Wollen als ethische Fragwürdigkeit ansehen und das Pareto-Modell hauptsächlich unter diesem Aspekt betrachten. Wir werden darauf zurückkommen, wollen aber an dieser Stelle auf einen weiteren gravierenden Aspekt der Unvollständigkeit der Ökonomiebeschreibung darin aufmerksam machen.

Dem Leser, dem in Form von Gleichungen Handlungsergebnisse von Schwärmen wirtschaftlicher Akteure präsentiert werden, die ein Gleichgewicht der Art sein sollen, dass keiner der Akteure Interesse an einer Änderung der Handlungsergebnisse mehr hat, stellen sich zwei Fragen: Wie ist der Zustand zu beschreiben, aus dem heraus das Gleichgewicht entwickelt wurde, und, warum lehrt ihn die Beobachtung der ihn umgebenden Welt, dass der momentane Gleichgewichtszustand alsbald wieder aufgegeben wird? Für die Antwort müssen wir Irrtümer, Rechenfehler und Unkenntnis der zukünftigen Entwicklung ausschließen, wenn wir unter den Voraussetzungen des Modells argumentieren.

Eine Antwort auf die erste Frage gibt es nicht: Eine nicht im Gleichgewicht stehende Lösung und damit einen Zustand, in welchem auch nur einer der Marktteilnehmer die Grenzraten der Substitution nicht vollständig ausgeglichen hätte, kennt die Pareto-Welt nicht. Er kann nicht beschrieben werden, denn die Pareto-Welt ist ein Objekt der theoretischen Mathematik, der Lösung von n-Tupeln, ausgehend von der Frage: Wie müsste die Lösung aussehen, die als Gleichgewichtslösung zu bezeichnen wäre?. Dieser Zustand wäre, empirisch-praktisch betrachtet, eine noch nicht ganz fertiggestellte Rechenoperation, die noch etwas Rechenzeit benötigte. Mit der Formulierung der Güter-Austausch-Beziehungen auf technischer oder auf psychologischer Grundlage ist das Pareto-Optimum, ungeachtet der Güter- und Faktorpreise, aber bereits gefunden. Die Suche nach dem Gleichgewicht ist damit kein wirtschaftliches Problem mehr, sie gehört in die Bereiche anderer Wissenschaften: Es gleicht dem Bemühen, für das beobachtbar gesetzmäßigen Ablaufen des Geschehens am Himmel, der Bewegung der Gestirne, endlich die Formel zu finden, die keine ptolemäischen Epizikel mehr erfordert: Von Ptolemäus zu Kepler und den elliptischen Bahnen. Nur ist damit der Lauf der Gestirne nicht ergründet, sondern nur ohne Stolpern beschrieben. Im Unterschied dazu werden ökonomische Abläufe jedoch weitgehend willentlich gesteuert.

Die Antwort auf die zweite Frage hat ebenfalls an den Bestimmungsgründen des Gleichgewichts anzusetzen, darüber hinaus aber nach externen Einflüssen zu suchen, die ein errechnetes Gleichgewicht kippen können. Ist das System nach außen nicht begrenzt („Externalitäten“ fehlen vollständig), wird das Gleichgewicht nur durch die geäußerten Präferenzordnungen aller Teilnehmer, die technischen Austauschbeziehungen zwischen allen verwendeten Produktionsfaktoren/Konsumgütern und deren Preisen bestimmt. Ist die Pareto-Bedingung, keiner der Teilnehmer sehe eine Veranlassung die Lösung zu verändern, so zu verstehen, dass Präferenzordnungen bestandskräftig sind, dann sind von dieser Seite her keine Veränderungen des Gleichgewichts zu erwarten. Das gleiche gilt aufgrund technischer Vorgaben für die Grenzraten der Produktivität/Substitution. (zurück zum Anfang)

 

                   Vom Equilibristen zum Maximierer

Wie stabil ist die Präferenzordnung Konsumenten/Produzenten in der betrachteten Volkswirtschaft? Überdauert das Gleichgewichtsstreben das Auftreten von Konkurrenten um die global zu verteilende Wohlfahrt? Als globales Problem betrifft die Erderwärmung jedwede Volkswirtschaft, nicht nur die hier betrachtete. In der Wohlfahrtsfunktion der hier betrachteten Volkswirtschaft gehören die weiteren Volkswirtschaften zu den unbenannten Externalitäten. Halten diese sich an die allseits empfohlenen DICE-Modelle, habe auch sie im Sinne der Mitigationsziele eine Wohlfahrtsfunktion zu verfolgen und ihre Wohlfahrt gemäß Handlungsanweisung zu maximieren. Sie würden damit in Konkurrenz zur betrachteten Volkswirtschaft treten, welchen Einfluss die betrachtete Volkswirtschaft im Dienste ihrer eigenen Wohlfahrt natürlich verhindern müsste, Reaktionen , Maßnahmen weiterer Volkswirtschaften wären also zu internalisieren. Den Schwenk zu einer egoistischen "nationalen" Zielverfolgung, der damit verbunden wäre, könnte wohl nur ein genialer Globalisator" verhindern.

Preise sind im Pareto-Modell ausschließlich Konstante, keine Variablen. Die Bestimmungsgründe des Faktoreinsatzes der Produzenten haben keine Auswirkungen auf Produktpreise. Die Preise, welche die Konsumenten und die Produzenten zu bezahlen haben, sind nicht aus Konsumplänen (deren Realisierung ggf. aber ein Angebot von Arbeit oder Kapital an die Produzenten erfordert haben könnte) und nicht aus Produktionsplänen der Unternehmer ableitbar. Im Modell erstellen die Produzenten einen Produktionsplan ohne einen nach Art, Menge und Preis definierten Output, demzufolge auch ohne Erlöse. Das Modell bietet in seiner unbegrenzten Variante keinen Anhaltspunkt für eine Aufgabe des gefundenen Optimums, so dass der Idealzustand dauerhaft erhalten bleiben müsste. (zurück zum Anfang)

 

                                 Einflusslose Externalitäten

Geben wir die Annahme der Unbegrenztheit des Systems auf, werden zahlreiche „Externalitäten“ wirksam, und zwar naturgemäß alle von nicht durch regionale, produktgruppenbezogene oder sonstige irgendwelche Abgrenzungsmerkmale als zum System gehörig definierten Akteure vorgenommenen Handlungen mit Einfluss auf die Entscheidungen im System. Dies kann der Staat als Steuererheber oder ein chinesischer Smartphonelieferant sein. Die Externalitäten liefern Daten für neue Auswahlprozesse nach einer möglicherweise vollzogenen Anpassung der Präferenzordnungen, da diese durch eine hervorgerufene Einkommensveränderung beeinflusst sein könnten. Abweichungen vom einmal gefundenen Pareto-Otimum können daher nur durch Externalitäten erklärt werden. Diese Externalitäten haben die anhaltende Diskrepanz zwischen tatsächlichem wirtschaftlichem Geschehen und seiner modellhaften Beschreibung zur Folge – für Viele heißt das, die Anpassung der Wirklichkeit an das Modell zu fordern (und nicht, was richtig wäre, das Gegenteil dessen).

Es ist klar, dass das Pareto-Modell eine Nicht-Pareto-optimale Situation mit Anlass zu einem Aufbruch zum Gleichgewicht wie auch die beständigen Veränderungen von „Gleichgewichtssituationen“ nicht aus dem Modell heraus erklären kann, sondern nur durch das Auftreten von „Externalitäten“. Das Modell selbst kann daher nicht das erklären, was eigentlich in der Welt passiert. Misslich für eine deskriptive Theorie. Aber auch eine präskriptive Theorie muss mit einem solchen Ansatz scheitern, denn die zu Beratenden wollen keine Ratschläge, die auf wirklichkeitsfremden Prämissen beruhen.

Dass Versuche, den ersten und den zweiten Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik mathematisch zu beweisen, geglückt zu sein scheinen, ändert nichts an diesem Befund. In der Ökonomie ist jedoch nicht zu beweisen, sondern an der Realität zu testen oder auf Folgerichtigkeit im Hinblick auf eine Zweck-Mittel-Beziehung zu überprüfen. Mit den Beweisen wäre im übrigen nichts Anderes belegt als dass Pareto-Optima tatsächlich nur den Gleichgewichtszustand selbst beschreiben können und weder den Weg dorthin noch den Anlass oder Grund des Verlassens dieses Zustands. Für die Ökonomie ist das je nach Blickwinkel zu viel oder zu wenig, jedenfalls nicht das Passende. „Kein Modell des generellen Konkurrenzgleichgewichts (und erst recht keines des partiellen Gleichgewichts) erläutert, wie allokationseffiziente Preise im Kalenderzeitablauf zustande kommen und wo sie zu finden sind. Sondern diese Modelle behaupten: Falls solche Preise existieren (also in der Realität vom Himmel gefallen sind), dann ist Allokationseffizienz gewahrt. Wenn diese allokationseffizienten Marktpreise in der Wirklichkeit nicht herrschen, sondern von Anbietern und Nachfragern erst gebildet werden müssen, dann stellt sich eine Vorfrage: Warum soll ein einzelner Anbieter oder Nachfrager gerade nach diesen Preisen suchen? Anbieter handeln in der Marktgleichgewichtstheorie rational und egoistisch.  Deshalb hat keiner etwas davon, wenn er jene Marktpreise sucht, die eine gesamtwirtschaftlich effiziente Allokation sichern“ (Schneider, Dieter: Betriebswirtschaftslehre Band 4, a. a. O. S. 637). (zurück zum Anfang)

 

                   Auslieferung der Ökonomie an die Mathematik?

Hier liegt eine Auslieferung der Ökonomie an die Mathematik vor, die eine Kappung des Erkenntnisgegenstands, den freiwilligen Verzicht auf ökonomische Problembeschreibungen und möglicherweise auch -lösungen vor. Eine ökonomische Bewertungslehre würde diesem Verzicht zum Opfer fallen. Die Aufgabe der Ökonomen ist bei Anwendung dieser mathematischen Methoden, die einschneidenden Implikationen dieser Anwendung hinsichtlich der Entsprechung mit der Realität herauszuarbeiten. Das gilt sowohl für die Methoden der Analysis als auch für die Lösung von n-Tupeln. In dieser Hinsicht haben einige Kardinalisten innerhalb der Neoklassik etwas mehr an Hinterfragung geleistet (z. B. Marshall, Pigou) als die Adepten der Pareto-Optimierung. Die gravierenden Mängel bei der Übertragung letzteren Gleichgewichtsmodels auf die Fragestellungen der Ökonomie lassen behauptete Vorteile bei den Unterstellungen der Fähigkeit zur Nutzenmessung bei Individuen bedeutungslos erscheinen (was „ordinalistisch“ Entscheidende diesbezüglich abgefordert wird, ist auch nicht ohne Bravourleistungen der Innenschau zu haben).

Der Versuch, auf diesen mathematischen Grundlagen dem Gleichgewichtsgedanken der Ökonomik durch Erweiterung des Modells um eine Periode ein wenig von dieser Enge zu nehmen, wirft zu den alten ungelösten nur weitere Fragen auf. Die Optimalitätsformel des intertemporalen Gleichgewichts hat keine integrierende Wirkung auf die “Optima der ersten Art“, die den Gegenstand des ersten Hauptsatzes der Wohlfahrtsökonomik bilden. Aus den gesetzten Voraussetzungen lässt es nur logische Schlussfolgerungen zu, ohne das Wissen zu vermehren. Für sich alleine genommen ist der Vergleich des Ertrages eines Vorziehens der Ausbeute um eine Periode mit dem alternativ möglichen Zinsertrag für eine Periode ein sinnvolles Abwägen in einem einzelwirtschaftlichen Kalkül. Wenn jedoch daraus partout eine gesamtwirtschaftliche Gleichgewichtsbedingung entstehen soll, so ist zu fragen: zu welchem Zweck eigentlich? Diesbezügliche Schlussfolgerungen erbringen nicht mehr Sub-stanz als die zuvor gesetzten Modellbedingungen.

 

                       Schlussfolgerungen

Diese „bewiesenen“ Sätze haben didaktischen Wert insoweit als sie lehren, komplexe Fragestellungen derart zu zerlegen, dass sie mit einfachen Marginalkalkalkülen oder Schlussfolgerungen wie z. B. der des Ausgleichs der Grenzraten der Substitution schrittweise zu lösen sind. Die Ökonomie hat bislang zu wenig bei der schrittweisen Auflösung der „Grund“-Sätze der jeweilig verwendeten Mathematik geleistet. Schrittweise heißt, stillschweigend gemachte Voraussetzungen nacheinander aufzugeben, Ergebnisabweichungen zu konstatieren und zu versuchen, durch zutreffendere Annahmen im Modell aufzulösen. Hinsichtlich der offensichtlich gemachten Voraussetzungen zu den Handlungsmöglichkeiten ergeben sich bei der Lösung des Entscheidungsproblems oftmals nur Selbstverständlichkeiten. Sinn hat aus dem Grundmodell z. B. durch die Aufgabe der Annahme der gesicherten Rechtsposition des Ressourcenbesitzers die Folgerung gezogen dass dieser seine begrenzten Vorräte nun möglichst frühzeitig heben will, also den Abbaupfad weg von „T“ verlegt. Es würde sich in dieser Situation auch anbieten, die Rechtsposition zu festigen, andere Lagerstätten zu erschließen (wie Sinn dies im Falle der Ankündigung einer CO2-Steuer durch die Nicht-Kyoto-Staaten annahm., Allianzen zu bilden u.s.w., aber das Denken in und Bewerten von  Alternativen ist dem Gleichgewichtsmodell fremd. Das Problem des Planungshorizonts „T“ vernachlässigen sowohl Sinn als auch Edenhofer/Kalkuhl, indem er in ihren Formeln nicht erscheint, dabei ist die Möglichkeit der wechselseitigen Beeinflussung von „T“ und der abbaufähigen Menge je Periode offensichtlich. Ebenso werden die Kosten des Wechsels von Ausbeuten und Stillegung nicht berücksichtigt, Stetigkeitsvoraussetzung des Abbaupfades nicht beleuchtet und die Souveränitätsfrage nicht gestellt. Edenhofer/Kalkuhl führen die CO2-Steuer in die Produktionsfunktion des Ressourcenbesitzers, ohne die Autorität, die Veränderung vornehmen zu können, zu klären, ein. Insoweit wären hiermit einige Verbesserungsvorschläge gradueller Natur gemacht.

Angesichts der grundlegenden Fehlleistungen des induktiven Modellansatzes und seine Basierung auf vermeintlich eine Gesamtwohlfahrt fördernde und das Eigeninteresse zurückdrängende Ethik der Wirtschaftsweise ist seine Eignung für Politikberatung in Zweifel zu ziehen, denn typische Entscheidersituationen von Unternehmern mit Verantwortung.für unternehmerische Weichenstellungen könnenn nicht abgebildet werden. (zurück zum Anfang)